Details und Rückblick

12.09.2016

Mit fast 800 Jahren Tradition in die Moderne

O'zapft is auch in der Domstadt! Der Marketing Club gastierte in der Regensburger Spitalbrauerei. Direkt an der Steinernen Brücke gelegen, wird dort seit dem Jahr 1226 das Spitalbier gebraut – damit existierte die ehemals einzige Brauerei der Stadt schon vor dem bayerischen Reinheitsgebot.

Die Brauerei ist Teil einer Stiftung, deren Hauptaugenmerk seit jeher auf der Pflege Bedürftiger liegt. Bestand die Klientel zu früheren Zeiten aus Armen, Kranken, Waisenkindern und Pilgern, betreut das Haus mittlerweile Senioren in Funktion eines modernen Heims. Bereits im Mittelalter wusste man um die beruhigende, heilsame und schlaffördernde Wirkung von Bier – so errichtete man auf dem Gelände des St. Katharinenspitals eine eigene Brauerei. Jeder Spitalbewohner erhielt als Schlaftrunk ein so genanntes „Köpfl“ Bier (für alle Wiesn-Fans: entspricht etwa einer Dreiviertelmass). Ein Haustrunk, der sich etablierte: Auf Wunsch bekommen Spitalbewohner noch heute die „medizinischen“ drei Halben pro Woche.

Preisgekrönte Braukunst aus regionalen Zutaten

Ausschließlich regionale Rohstoffe sowie ein eigener Hefestamm werden für die Herstellung verwendet. Die Handlungsmacht im Brauverfahren soll aber nicht komplett an die Technik abgegeben werden. Traditionelle Prozeduren (z.B. offene Gärung) treffen in der Spitalbrauerei auf sichtbare Fabrikationsabläufe. So kann nahezu jede Prozessstufe mit Augen und Nase verfolgt werden. Dennoch stehe die Lust am Bierbrauen im Vordergrund, wie der heutige 123. Spitalmeister Willibald Koller klarstellt: „Und diesen Weg gehen wir konsequent weiter.“ Mit Erfolg: 2013 gewann das „Spital Dunkel“ die Goldmedaille beim European Beer Star.

Im Zuge der neuen Manufakturlinie hat die Spitalbrauerei einige Sorten mit Überraschungsfaktor auf den Markt gebracht. Mit den Sondersuden und Spezialbieren wird die Hopfenkaltschorle nach ganz anderen Kriterien in Szene gesetzt: Pale Ale, Strong Ale oder Chocolate Stout heißen die Craftbiere, deren Basis natürlich das Reinheitsgebot ist – das versteht sich als Ehrenkodex. „Wir wollen zeigen, was mit den vier Grundzutaten an Geschmacksnuancen möglich ist“, betont Spitalmeister Koller. Denn die Aromen entstehen allein durch die Kombination der unterschiedlichen Malzsorten.

Charakterstarkes Bier als Identifikationsfaktor

Modebiere als Brückenschlag zwischen Traditionssorten und moderner Braukunst – warum eigentlich nicht? Doch der innovative Betrieb hat auch seine moralischen Grundsätze: Der Stellenwert des Getränks per se darf nicht unter die Theke fallen. Bier bedeutet nämlich Tradition und Heimat. Der Trinkgenuss will zelebriert werden, so das Credo der Spitalbrauerei. Deshalb besteht der Ansporn, jedem Produkt seinen eigenen, unverwechselbaren Charakter zu verleihen. Auf dieser Basis entstehen in der kleinen, ältesten Brauerei der Domstadt Biere mit starker Persönlichkeit – das Ergebnis von aufrichtigem Handwerk und kreativem Bewusstsein.

Der Marketing Club Regensburg genoss eine Führung durch die Spitalbrauerei. Mittig im Bild (v.l.n.r.): Braumeister und Biersommelier Anton Miller mit Frau, Spitalmeister Willibald Koller, Clubpräsident Wolfgang Herzog und MC-Geschäftsführer Prof. Dr. Manuel Strunz
Bildnachweis: Marketing Club Regensburg

Die Abfüllanlagen der Spitalbrauerei Regensburg im Einsatz
Bildnachweis: Spitalbrauerei Regensburg

Das älteste Bier Regensburgs wird übrigens vom ehemals jüngsten Braumeister Bayerns zubereitet: Multitalent Anton Miller erreichte seinen Meistertitel bereits mit 21 Jahren und gehört seit 2008 zur Jury des World Beer Cup. Bildnachweis: Spitalbrauerei Regensburg


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